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13Mrz

Hähnchenmast

   

 

Hähnchenmast im Emsland

Frage Attac:
Schädigt die emsländische Hähnchenmast das öffentliche Ansehen des Landkreises?

Der Landkreis Emsland hält, wie Attac-Emsland schriftlich mitgeteilt wurde, seine Informationspolitik zum Problem Hähnchenmast für ausreichend. Uns wurden viele positive Beispiele genannt, wie sich der Landkreis Emsland einbringt. Zum Beispiel:
 die Beratung und finanzielle Unterstützung seiner Gemeinden
 die Beauftragung von Rechtsgutachten und
 die Einflussnahme auf die Änderung des Baugesetzbuches
Um diese Informationen auf Dauer seiner Bevölkerung zugänglich zu machen, halte ich es für sinnvoll, diese auf der Internetpräsenz des Landkreises für jeden jederzeit abrufbar einzustellen. So kann der Landkreis seinen Skeptikern entgegentreten und dafür Sorge tragen, dass diese das Gefühl bekommen, dass der Landkreis alle Möglichkeiten ausschöpft, um das Problem der industriellen Hähnchenmast in den Griff zu bekommen.
Daher frage ich, ob dies (zumindest ansatzweise) umsetzbar ist bzw. welche Hinderungsgründe der Landkreis sieht. Alternativ bitte ich darum, dass der Attac-Gruppe Emsland die Unterlagen zur Verfügung gestellt werden.

Gleichzeitig bitte ich um Stellungnahme, ob der Landkreis seinen Ruf außerhalb der Grenzen des Kreisgebietes geschädigt sieht, wenn von “Emslandisierung” (= der massive Ausbau von Hähnchenmast) und “Chicken-Highway” (= die A 31) die Rede ist. Sieht der Landkreis eine Diskrepanz zwischen dem Anspruch, touristische Hochburg zu sein und dem Bestehenden Problem der Hähnchenmast? Welche Initiativen ergreift der Landkreis, um den Ruf des Emslandes nicht zu schaden?

Antwort vom Landkreis:

Bei aufmerksamen Verfolgen und differenzierter Herangehensweise an die Situation der Hähnchenmast im Landkreis Emsland wäre der Ortsgruppe von attac bekannt, dass der Landkreis Emsland bereits seit langer Zeit kritisiert, dass die gesetzlichen Regelungen überholt sind. Er fordert vom Gesetzgeber seit mehr als 10 Jahren eine Änderung ein, da der Priviligierungstatbestand und damit die Bevorzugung für Mastanlagen zu einer Begünstigung der Antragsteller auf Kosten der Allgemeinheit führt. Leider bisher vergeblich.

Der Privilegierungstatbestand ist seinerzeit für die bäuerliche und auch die traditionelle gewerbliche Landwirtschaft eingeführt worden, nicht jedoch für die industrielle Landwirtschaft, die wesentlicher Betreiber der Hähnchenmast im Emsland ist. Der industriellen Landwirtschaft werden durch den Gesetzgeber aber die gleichen Kriterien eingeräumt. Die Hinweise von dritter Stelle, gegebenenfalls über eine Bauleitplanung eine Eindämmung vorzunehmen, gehen in ihrer Wirkung fehl, weil sie durch die Ausweisung von Sondergebieten den heimischen bäuerlichen Betrieben kaum noch Entwicklungschancen lässt, aber umgekehrt der industriellen Agrarwirtschaft eindeutig der Vorrang eingeräumt wird. Deshalb hat der Landkreis Emsland zur Unterstützung seiner Position den renommierten Rechtswissenschaftler Professor Dr. Söfker gebeten, zu dieser Problematik ein Rechtsgutachten zu erstellen. Dieses will ich Ihnen gerne zur Verfügung stellen. Darüber hinaus hat der Landkreis Emsland allen seinen kreisangehörigen Gemeinden in verschiedenen Bürgermeisterdienstversammlungen, aber auch durch die Entwicklung eines Leitfadens Hinweise gegeben, wie versucht werden kann, die Tierhaltung über gemeindliche Bauleitplanung zu steuern, ohne gleichzeitig die heimische bäuerliche Landwirtschaft zu strangulieren. Dies ist nur unter ganz schwierigen Rahmenbedingungen möglich und mit erheblichen Risiken verbunden. Dieses scheuen verständlicherweise die Gemeinden, weil sie in großer Sorge sind wegen etwaiger Schadensersatzklagen.

Ich weise ausdrücklich zurück, dass die Mehrheit der Bürger im Emsland das Gefühl hat, der Landkreis würde seine Möglichkeiten nicht ausschöpfen, um das Problem der industriellen Hähnchenmast in den Griff zu bekommen. Diese Behauptung kann von attac nur deshalb aufgestellt werden, weil man sich seitens attac nicht die Mühe gemacht hat, sich mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort auseinanderzusetzen. Es ist sehr bedauerlich, dass attac mit Aktionen gegen das Emsland antritt, in dem es insbesondere die erfolgreiche Tourismusregion madig machen will. Auch die Formulierung “Chicken-Highway” für die A 31 habe ich erstmals in einem Flyer von attac gesehen. Zu glauben, dass darüber eine Stellschraube bestehe, Einzelinvestoren daran zu hindern, ihre rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um weiterhin Hähnchenmastställe im Landkreis Emsland zu bauen, geht an der Wirklichkeit vorbei.

Ich lege ausdrücklich Wert auf die Feststellung, dass der Landkreis Emsland bis zum heutigen Tage über einen hervorragenden Ruf in der Touristik verfügt, der sich insbesondere auf die Zielgruppen Familien mit Kindern, Rad-, Wasser- und die Angler- sowie Pferdetouristen bezieht. Ich appelliere daher an attac, mit seinen Aktionen vorsichtig und differenziert umzugehen, um nicht damit selbst dem Landkreis zu schaden.

Frage Attac:

Wie erklärt sich der Landkreis die aufgedeckten Fehler im Genehmigungsverfahren?

Der Landkreis erklärt immer wieder, er habe keine Handhabe im Genehmigungsverfahren für Hähnchenmastställe. Grund sei der Rechtsanspruch auf Genehmigung, sofern alle Voraussetzungen erfüllt wären.
Zumindest aber die Voraussetzungen muss der Landkreis sorgsam prüfen. Wer aber auch nur ansatzweise die Kritikpunkte bei den Genehmigungsverfahren in Bockhorst und Surwold kennt, der fragt sich, ob der Landkreis die Genehmigungen bisher eher als lästige Pflicht angesehen hat.
Unweigerlich keimen in mir Erinnerungen hoch, wie der Landkreis Emsland bis 2007 gesetzwidrige Genehmigungen für die Firma SNP in Lingen genehmigte, bis Foodwatch mit einer Strafanzeige diese Verhalten gottseidank aufdeckte.
Ich bitte um sehr ausführliche Erklärung, weshalb der Landkreis bisher die vom Gutachter Kremer vorgebrachten Kritikpunkte in sämtlichen älteren Genehmigungsverfahren missachtet hat. Zudem möchte ich anmerken, dass es nicht sein kann, dass Bürger und Anliegerinitiativen die Arbeit des Landkreises machen müssen und erstmals eine umfangreiche Prüfung garantieren.

Antwort vom Landkreis:

Allein die Fragestellung zeigt, mit welcher Zielrichtung attac an die komplexe Problematik herangeht. Deshalb folgende Klarstellung: Es gibt bisher in den Genehmigungsverfahren an keiner Stelle ein Versäumnis der obliegenden Sorgfaltspflichten. Fakt ist, dass die notwendigen Abstände, die durch entsprechende Verwaltungsvorschriften vorgegeben sind, ebenso die Immissionen, die nach TA Luft relevant sind, im Genehmigungsverfahren geprüft werden. Dabei wird von Fall zu Fall auch auf externe Gutachter zurückgegriffen. Richtig ist, dass von Fall zu Fall in Erörterungsterminen neue Aspekte von Einwendern vorgetragen werden, die einer besonderen Prüfung bedürfen, weil sich z. B. durch die Rechtssprechung, aber auch durch neue zusätzliche wissenschaftliche Erkenntnisse differenziertere Beurteilungsgrundsätze für die Kreisverwaltung als Genehmigungsbehörde ergeben. Diese Hinweise werden gerne aufgegriffen, ihnen wird nachgegangen, sie werden ernsthaft geprüft und in das Genehmigungsverfahren eingebaut.

Soweit dabei hinsichtlich des Genehmigungsverfahrens in Bockhorst der Hinweis auf den Tierschutz aufgenommen worden ist, haben wir hier einen Zielkonflikt zwischen den Tierschutzbedingungen nach Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung und der niedersächsischen Bauordnung. Wie dieser rechtliche Spannungsbogen gelöst wird, wird zurzeit geprüft. Dass wir diesen Hinweis sehr ernst nehmen, ist schon durch den Leiter des Erörterungstermins in der Sitzung ausdrücklich betont und entsprechend in der Presse verarbeitet worden. Die rechtlich vorgeschriebene Methode halte ich ausdrücklich für wesentlich und hilfreich, weil das Verfahren Transparenz schafft und natürlich auch von Bürgern zusätzliche wichtige Hinweise gegeben werden können, die für die Genehmigung von relevanter Bedeutung sein können.

Soweit ich das zurzeit erkennen kann, bezieht sich auf die von Ihnen zitierten Vorhaben als neuer Aspekt ausschließlich die vom Rechtsanwalt Kremer vorgetragene Argumentation, dass der unter der niedersächsischen Bauordnung definierte Tierschutz höher zu gewichten sei als im Tierschutzgesetz. Dieses ist sowohl eine Rechtsfrage wie auch eine Frage der Bautechnik. Im Übrigen ist dieses eine Frage von grundsätzlicher Bedeutung und betrifft nicht allein den Landkreis Emsland, sondern alle Genehmigungsbehörden des Landes. Daher habe ich auch veranlasst, dass es eine entsprechende Rückkopplung mit dem zuständigen Fachministerium in Hannover geben wird.

Was die Recherchen von attac angelangt, bestätigt sich leider auch unter Punkt 2 offensichtlich eine mangelnde Bereitschaft, Ergebnisse zur Kenntnis zu nehmen, die nicht in die Argumentationslinie von attac passen. Der Hinweis, dass der Landkreis Emsland bis zum Jahr 2007 gesetzwidrige Genehmigungen für die Firma SNP in Lingen erteilt hat, ist ausdrücklich falsch. Das von Foodwatch betriebene Verfahren gegen Mitarbeiter meines Hauses ist von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Dies ist öffentlich gemacht worden, aber wird offensichtlich von Ihnen nicht zur Kenntnis genommen. Insoweit bitte ich schon darum, wenn Ihnen an einer sachlichen Auseinandersetzung gelegen ist, mit einer differenzierten Betrachtungsweise heranzugehen.

Frage Attac:

Wie verläuft die Überwachung der Abgabe der Schlachtabfälle der Kategorie 3?

Wie Sie Attac-Emsland zuletzt mitteilten, fallen im Hähnchenschlachtbetrieb Rothkötter Schlachtabfälle der Kategorie 2 und 3 an. Material der Kategorie 2 entsorgt SNP in Lingen. Das der Kategorie 3 ist frei handelbar, allerdings überwacht der Landkreis die Abgabe.
Da Fa. Rothkötter auf mir bekannte Bürgeranfragen bisher nicht reagierte, bitte ich um Mitteilung des Landkreises, wohin die Abgabe der Materialien erfolgt und wie weit die Abgabe der Materialien vom Landkreis überwacht wird, sollte diese über Dritte immer weiter gereicht werden.
Ich bitte zudem um detaillierte Ausführungen, wie die Überwachung stattfindet.
Außerdem bitte ich um Mitteilung, wieso bei der Entsorgung der Schlachtabfälle der Kategorie 2 ausgerechnet eine Zusammenarbeit mit der Firma SNP stattfindet. Gab es z. B. öffentliche Ausschreibungen/waren diese notwendig? Und wie bewertet der Landkreis die just in diesen Monaten aufgetretenen Pannen bei SNP, die über einen längeren Zeitraum eine verstärkte Geruchsbelästigung mit sich brachten?

Antwort vom Landkreis:

Hinsichtlich dieser Frage darf ich Bezug auf mein Schreiben vom 17.08.2010 nehmen. Das Material der Kategorie 3 ist zwar grundsätzlich frei handelbar, darf aber nur an hierfür gem. Artikel 17 der VO (EG) 1774/2002 zugelassene Verarbeitungsbetriebe oder an gem. Artikel 10 dieser Verordnung zugelassene Zwischenbehandlungsbetriebe abgegeben werden. Im Gegensatz zu Zwischenbehandlungsbetrieben dürfen Verarbeitungsbetriebe kein Rohmaterial an andere Betriebe abgeben.
Material der Kategorie 2 muss in einem gem. Artikel 13 der VO 1774/2002 zugelassenen Verarbeitungsbetrieb entsorgt werden. Die Einzugsbereiche dieser Betriebe sind in Niedersachsen seit Jahrzehnten per Verordnung festgelegt. Aufgrund dieser Verordnung des Landes Niedersachsen darf die Entsorgung von Material der Kategorie 2, welches im Landkreis Emsland anfällt, ausschließlich über die Tierkörperbeseitigungsanstalt in Lingen-Brögbern erfolgen.

Der Landkreis Emsland überwacht die ordnungsgemäße Abgabe der bei Fa. Rothkötter anfallenden Materialien an entsprechend zugelassene Betriebe u. a. durch Plausibilitätsprüfungen und Kontrolle der Handelspapiere. Für die Überwachung der Tierkörperbeseitigungsanstalt in Lingen-Brögbern ist das Gewerbeaufsichtsamt zuständig.

Ich gehe davon aus, dass Ihre Fragen beantwortet sind, bitte Sie jedoch nochmals im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit, die komplexe Frage der Genehmigung von Tierhaltungsanlagen etwas differenzierter zu betrachten.

 

 


13Mrz

Professoren gegen die organisierte Verantwortungslosigkeit

Willkommen beim Ortsverband Bündnis 90 Die Grünen in Meppen

 

Professoren gegen die organisierte Verantwortungslosigkeit (Massentierhaltung)

Veröffentlicht am 19. Mai 2010

In
den Niederladen haben sich knapp 250 Professoren zusammengeschlossen, um für
ein Ende der industrialisierten Massentierhaltung einzutreten. In einem
Positionspapier verdeutlichen die Wissenschaftler die Probleme der
Massentierhaltung und zeigen Lösungsmöglichkeiten auf.

Auch wenn wir in der Vergangenheit schon auf praktisch alle Punkte des
Papiers eingegangen sind: Die niederländischen Professoren bringen die
verschiedenen Themenbereiche so zielgenau auf den Punkt, dass wir sie in freier
Übersetzung zusammenfassen. Bitte beachten Sie, dass die Formulierungen
von führenden Wissenschaftlern und nicht von Tierrechtsorganisationen stammen.

Tierschutz

Die industrielle Massentierhaltung hat sich zu einem effizienten,
technisierten System entwickelt, in dem Tiere den Bedürfnissen der Industrie
angepasst werden. Das geht bis zu dem Punkt, dass die Tiere meist ohne
Betäubung verstümmelt werden: Schnäbel, Schwänze, Hörner und Geschlechtsteile
werden abgetrennt, Zähne werden abgeschliffen.

Die Tiere sind teilweise so überzüchtet, dass sie buchstäblich zu Tode
wachsen (Masthühner), ihre Nachkommen
nicht mehr auf natürliche Weise auf die Welt bringen können (Milchkühe) und ihnen
Probleme mit Herzen und Beinen angeboren sind (Schweine). Kälber werden
sofort nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und leiden an Blutarmut, weil
ihnen kaum Eisen zugeführt wird, damit sie helles Fleisch liefern. Die Brüder
von Legehennen werden nach dem Schlüpfen vergast
oder zerhäckselt
, weil es keine Verwendung für sie gibt. Bei der
Schlachtung gibt es keine
Garantie dafür, dass die Tiere wirkungsvoll betäubt wurden
, oder dass sie
wirklich tot sind, wenn sie am Schlachthaken hängen.

Dass es soweit kommen konnte, erklären die Professoren mit dem
psychologischen Phänomen der pluralistischen Ignoranz: Verbraucher und sogar
Landwirte missbilligen prinzipiell die Zustände in der Tierhaltung, beruhigen
sich jedoch damit, dass niemand etwas unternimmt, weshalb es ja doch nicht so
schlimm sein kann. Und wenn es doch schlimm wäre, würde ja die Regierung etwas
unternehmen. Dieses Nichtstun wird wiederum von Politikern und Unternehmen so
gedeutet, dass die Konsumenten mit den gängigen Praktiken einverstanden sind,
wodurch sich der Kreis wieder schließt: Alle Beteiligten denken, dass alles in
Ordnung wäre, weil niemand etwas unternimmt.

Selbst wenn Konsumenten sich bemühen, Lebensmittel mit erhöhten
Tierschutzstandards zu kaufen, wird es ihnen sehr schwer gemacht. Das
Bio-Siegel ist beispielsweise kein Garant für hohe Standards (Anm. d. Red.).

Zerstörung der Böden

Bei der Produktion jedes Kilogramms Fleisch entstehen ca. 6 kgGülle. In Regionen mit
intensiver Massentierhaltung sind die Folgen sind eine Versäuerung und
Überdüngung der Böden sowie die Verunreinigung von Grund- und Trinkwasser.
Weitere Folgen sind – je nach Lage – die Verödung von Grünland und Waldsterben.
Auch die Fauna wird durch die Überdüngung geschädigt (insbesondere große
Insekten), was negative Auswirkungen auf gesamte Ökosysteme hat.

Phosphat ist ein essentieller Nährstoff für Pflanzen. Dadurch, dass Futter
häufig aus dem Ausland importiert wird, importieren wir große Mengen dieses
Minerals, das Tiere über ihre Exkremente wieder ausscheiden, wodurch hier eine
schädliche Über- und im Ausland eine Unterversorgung entsteht, die
voraussichtlich noch in diesem Jahrhundert zu gravierenden Problemen führen
wird. In einem Satz: Wir setzen die Zukunft der Nahrungsmittelversorgung aufs
Spiel.

Welternährung

Durchschnittlich 5 kg
Getreide werden benötigt, um 1
kg Fleisch zu produzieren. Bereits 40% der weltweiten
Getreideernte werden von »Nutztieren« verschlungen, und wenn die Prognosen der
Welternährungsorganisationen zutreffen, wird sich die Nachfrage nach Fleisch
bis zum Jahr 2050 verdoppeln. Bereits jetzt werden Regenwälder für die
Fleischproduktion abgeholzt und bereits jetzt leiden eine Milliarde Menschen an
Hunger
. Und das, obwohl weltweit genug pflanzliche Lebensmittel produziert
werden können, um weit mehr als 10 Milliarden Menschen zu ernähren.

Wasserverschwendung

Die Fleischproduktion verschlingt besonders viel Wasser.
Es wird vorausgesagt, dass bereits im Jahr 2017 70% der Weltbevölkerung
Probleme mit dem Zugang zu ausreichend Süßwasser haben werden, und trotzdem
verbrauchen wir große Mengen davon für die Fleischproduktion – insbesondere in
ärmeren Ländern, die Futter produzieren.

Klimawandel

Laut Welternährungsorganisation verursacht die Tierhaltung 50% mehr
Treibhausgase als alle PKW, LKW, Züge, Schiffe und Flugzeuge zusammen. Neuere
Schätzungen kommen sogar zu noch
dramatischeren Ergebnissen
.

Öffentliche Gesundheit

Alle ernstzunehmenden Experten raten, den Konsum tierischer Proteine und
Fette stark zu reduzieren. Trotzdem werden mittels nationaler und europäischer
Steuergelder Kampagnen finanziert, die einen noch höheren Verzehr bewerben. So
wachsen die Risiken an Herz- und Gefäßkrankheiten, Krebs,
Fettleibigkeit
und Diabetes zu leiden, weiter an.

Weitere Gesundheitsrisiken ergeben sich aus der Verwendung von Antibiotika
in der Tierhaltung, was zu resistenten Krankheitserregern führt. Außerdem wird
es zunehmend schwieriger, Hühnerfleisch zu kaufen, das nicht mit Salmonellen
oder Campylobacter belastet ist. In allen anderen Bereichen der
Lebensmittelerzeugung würde das zu Konfiszierungen und der Schließung von
Fabriken führen. In der Fleischproduktion wird es dagegen fast schon als normal
angesehen.

Finanzielle Auswirkungen

Die Argumente vieler Politiker und Massentierhalter lassen sich so
zusammenfassen: Eine wachsende Agrarindustrie trägt zum Wirtschafts-, Export-
und Einkommenswachstum (der Massentierhalter) bei und ist daher zu begrüßen.

Dem sind zwei Argumente entgegenzuhalten: Wenn ethische Grenzen
überschritten werden (siehe »Tierschutz«), werden finanzielle Überlegungen
irrelevant. Heutzutage verteidigt auch niemand mehr die Sklavenhaltung oder die
Kinderarbeit, auch wenn durch sie eventuell wirtschaftliche Vorteile zu
erreichen wären. Außerdem ist die Argumentation der wirtschaftlichen Vorteile
schlichtweg falsch, weil sie nicht die hohen Kosten einberechnet, die Mensch,
Tier und Umwelt durch die Fleischproduktion auferlegt werden (siehe ebenfalls
oben).

Zehn Forderungen der Wissenschaftler

1)      Die Regierungen müssen Veränderungen
einleiten. Die Anstrengungen am Markt bzw. der Verbraucher reichen nicht aus.
Unabhängige Regierungen sind notwendig (die Unabhängigkeit vieler Politiker ist
in Frage zu stellen).

2)      Der Konsum tierischer Produkte muss bis
2020 um mindestens 33% gesenkt werden. Die Regierungen müssen die
Öffentlichkeit über die Folgen des Konsums von Lebensmitteln tierischen
Ursprungs intensiv und offen informieren.

3)      Alle Kosten der Fleisch- und
Milchproduktion inkl. Umweltzerstörung und Belastungen des Gesundheitssystems
müssen in die Preise einberechnet werden. Zusätzlich dazu sollte noch eine weitere
Steuer auf diese Produkte erhoben werden.

4)      Wenn sich kein internationaler oder
europäischer Konsens finden lässt, müssen einzelne Länder sich allein als
Vorbilder positionieren.

5)      Dem Tierschutz muss eine zentrale Position
eingeräumt werden, der sich deutlich in Verfassung und Gesetzen niederschlägt
und die schlimmsten Praktiken (siehe oben) verbietet.

6)      Die Verwendung von Antibiotika und Hormonen
in der Produktion tierischer Produkte muss verboten werden.

7)      Der Anfang sollte darin bestehen, wieder
geschlossene Kreisläufe in der Lebensmittelproduktion zu etablieren.

8)      Bau und Expansion von
Massentierhaltungen  aufgehalten werden. Es sollten gesetzliche Grenzen
eingeführt werden, wie viele Tiere pro Hektar, Region oder Land gehalten werden
dürfen.

9)      Landwirte müssen die Chance erhalten, sich
auf die neuen Anforderungen einzustellen. Da die Politik einen großen Teil der
Schuld für die falsche Entwicklung des Sektors trägt, sollte sie den Wandel zur
Nachhaltigkeit unterstützend begleiten.

10)    Die Entwicklung von gesunden und schmackhaften
pflanzlichen Lebensmitteln sollte gefördert werden, um Konsumenten den Umstieg
zu einer weniger fleisch- und milchlastigen Ernährung zu erleichtern.

Eine vollständige englische Übersetzung des niederländischen Originaltexts
inkl. Quellenangaben finden Sie hier.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt begrüßt den Verstoß der
ProfessorInnen sehr und bittet Wissenschaftler in Deutschland und auf der
ganzen Welt, sich nach dem niederländischen Vorbild zusammenschließen, um der
industriellen Massentierhaltung entgegenzutreten. Die Politik ist aufgefordert,
die erdrückende Beweislast zu den vielen negativen Auswirkungen der
industriellen Massentierhaltung endlich ernst zu nehmen und entschlossen zu
handeln.

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Umwelt, Wissenschaft,
»Nutztiere«

54 Kommentare | Zum Kommentarfeld»

  1. ziegennarr schrieb am 19. Mai 2010 um 14:01:

Eine tolle Zusammenfassung der wichtigen Argumente,
die sollte doch jeden überzeugen! Hab die Nachricht gleich über facebook
geteilt.

  1. Irene schrieb
    am 19. Mai 2010 um 14:18:

Je schneller die Forderungen der Wissenschaftler
umgesetzt würden desto besser. Die Verbraucher könnten aber wesentlich mehr
erreichen als sie z. Zt. machen. Leider haben noch nicht so viele Menschen wie
nötig ihre Verantwortung für ihren eigenen Konsum begriffen. Solange der
Kunde/Verbraucher für etwas bezahlt wird sich nichts ändern. Wenn kein Geld
mehr fließt geht die Veränderung rasend schnell. Also fragt nach bevor ihr für
etwas Geld ausgebt! Besonders auch bei Nahrungsmitteln.

  1. Marco schrieb
    am 19. Mai 2010 um 15:23:

Das ist zwar ein Anfang. Geht mir jedoch nicht weit
genug. Warum stellt man nicht die Vorteile der vegetarischen oder veganen
Ernährung in den Vordergrund.

  1. Jasmin
    Engel
     schrieb am 19. Mai 2010 um 16:15:

Ja, es ist ein Anfang, von dem ich hoffe,
Deutschland macht ihn auch bald! Wenigstens!

  1. Sandra schrieb
    am 19. Mai 2010 um 16:30:

Hallo zusammen,

ich finde die Vorgehensweise sehr gut!

Lässt sich hier nicht eine “Kampagne” daraus stricken?!

Nicht nur die Kompetenzen, auch die “monetäre
Kraft” sollte gebündelt werden.

Also ich wäre sofort dabei! Ich habe den Eindruck, dass manchmal an zu vielen
Fronten gekämpft wird (natürlich auch berechtigter Weise). Ich habe allerdings
die Erfahrung gemacht, dass dann der “finale Schlag” oder eine wirklich
ernstzunehmende “Opposition” nicht aufgebaut werden kann.

Stattdessen “verliert” man sich in kleinen und vielen Themengebieten. Das ist
sehr Schade und Nutzt letzenendes leider niemandem… Aus diesem Grund mein Tipp:
Nach einem derartigen Bericht muss es die Möglichkeit zur Spende geben. Avazz
hat es vorgemacht! Wenn viele kleine Beträge gespendet werden, dann kommt auch
eine ordentliche Summe zusammen. Bzw., wenn ein Bündnis gegründet wird, dann
muss dies lediglich auch nur auf der Seite “meiner Lieblingsorganisation”
stehen. Bitte nicht noch eine eigene Homepage ins Leben rufen! Das ist zuviel
und lenkt “nur” ab!

Ich habe den Eindruck, dass hier in diesem
Diskussionsforum manchmal viel Lamentiert und “gescholten” wird. Ich bin der
Überzeugung, dass einige “Diskussionsteilnehmer” ihren Wirkungsgrad leider nur
auf diese Diskussionen hier beschränken…Aber: Nicht jedermann/ frau kann vor
Leuten stehen und für die eigene Überzeugung eintreten oder Flyer verteilen,
sich Verbänden oder Orgas anschließen um Aktiv zu werden. Akzeptiert! Aber 5,00
EUR sollte mir meine Überzeugung schon wert sein?! ?JSomit schließt sich meine
E-Mail wieder 

D.h. ich würde mir wirklich eine
europaübergreifende Kampagne wünschen, die Geld einsammelt (auch Orga
übergreifend!!!!) und die per Plakat/Werbeflächen in Großstädten “sichtbar”
ist. Die in Apothekenheftchen, auf Messen, Tagungen, etc. Einzug hält! Ich
glaube daran! Je professioneller desto besser!

Nichts für Ungut!

  1. ing. peter langecker schrieb am 19. Mai 2010 um 20:14:

eine massentierhaltung ist nicht notwendig und
bringt auch den bauern nichts, da damit die preise fallen. ganz abgesehen vom
tierschutz.

die massentierhaltung wird nur gefördert, damit die futtermittelindustrie ihren
absatz hat.

die bauern verschulden sich, machen sich noch mehr abhängig und müssen laufend
vergrössern um die rückzahlungen, steigende futtermittelpreise zu fallenden
fleischpreisen bedienen zu können.

lt. berechnungen werden ca. 45 % aller tierischen produkte verschwendet !!!

  1. ing. peter langecker schrieb am 19. Mai 2010 um 20:22:

an:@irene: du hast recht !

bei mir auf dem land, bei den bauern und den kleinen fleischhauern gibt es
“abfallprodukte” oder misswirtschaft.

die meisten menschen leben in städten und kaufen in supermärkten ein.

dort ist es pflicht, dass immer jegliches angebot vorhanden sein muss, ob es
verdirbt, oder nicht.

dazu kommen die sonderangebote, wo man grössere mengen billiger kaufen kann.

wenn das nicht sofort verarbeitet wird, landet das bei vielen im müll !

und das betrifft fast alle lebensmittel, ausser schockolade, salzgebäck und
cola !!!!!!

  1. ing. peter langecker schrieb am 19. Mai 2010 um 20:23:

schreibfehler an irene:

ich meinte “keine” abfallprodukte und misswirtschaft !

  1. Infw von Jaduczynski schrieb am 19. Mai 2010 um 21:39:

Das wäre erstrebenswert!

  1. Denise schrieb
    am 21. Mai 2010 um 19:02:

Das ist wirklich ein großartiger Artikel!

Nur warum kommt sowas bei uns nicht in den Nachrichten, weder im Fernsehen noch
im Radio und steht auch in keiner Zeitung? Wie soll sich etwas ändern wenn die
Öffentlichkeit einfach nicht belangt wird?

Ich bin ziemlich sicher, dass die meisten Menschen von den oben genannten
Argumenten nie gehört haben… und auch nicht hören wollen! Das beschriebene
“Phänomen der pluralistischen Ignoranz” trifft eindeutig zu…. wenn man doch
etwas dagegen tun könnte…

  1. Damian
    Duchamps
     schrieb am 22. Mai 2010 um 12:12:

Ein sehr vernünftiger Vorstoß, den die
Professoren in den Niederlanden da machen. Man kann das nur mit allen Mitteln
unterstützen.

@Marco

“die Vorteile der vegetarischen oder veganen Ernährung in den Vordergrund”
stellen, wird nichts bringen, da die Mehrheit der Bevölkerung auf Fleisch nicht
verzichten und beide Ernährungsweisen öffentlich umstritten sind.

Vor allem die Aufklärung über die unangemessene Tierhaltung und inhumane
Schlachtung kann eine Verhaltensänderung bewirken. Aufklärung muss vor allem
über die Medien erfolgen. Auch Schulen könnten eine Rolle spielen.

  1. Regina
    Kowalzick
     schrieb am
    23. Mai 2010 um 17:41:

Dieser Artikel müsste Pflichtlektüre für jeden
Lehrer und jeden Schüler werden. Würde das passieren, hätten wir eine große
Chance auf Veränderung…

Ich werde dieses Positionspapier natürlich mit meinen Schülern im Unterricht
besprechen und auch meinen Kollegen ins Fach legen…..

  1. Michi (Henriette) Bula schrieb am 23. Mai 2010 um 17:48:

Der Artikel ist sehr gut und überzeugend. Wie
schon oft von mir und anderen erwähnt, verstehe ich nicht, dass die Menschen
nicht endlich auf vegetarische oder vegane (noch besser) Kost umsteigen können.
All dieses Tierleid wäre dann nicht mehr nötig.

  1. Gerhard Fischer schrieb am 23. Mai 2010 um 18:20:

Die Frage ist, wer hat dieses Positionspapier zu
Gesicht bekommen, wer von denen, die Verantwortung tragen. Und es würde mich
auch interessieren, wieviel von Niederlands Professoren das sind ( anteil)

Natürlich muss man für jeden Strohhalm dankbar sein. wenn die “Wissenschaft”
dies so prägnant zusammenstellt, dann müssten doch auch die Politiker langsam
zu Potte kommen.

Wir brauchen hier eine europäische Initiative,
das beste wäre über die 10 Punkte eine europäische Petition an das EU-Parlament
zu richten.

  1. Geraldine Göllner schrieb am 23. Mai 2010 um 18:21:

Diese Aktion sollte unbedingt unterstützt werden!

  1. karinklimm schrieb am 23. Mai 2010 um 18:49:

Ich unterstütze die 10 Forderungen unbedingt,
ausserdem müßte man die Fleischpreise so erhöhen, dass die Menschen gezwungen
sind weniger Fleisch zu kaufen.

  1. Wilfrid M. Jores schrieb am 23. Mai 2010 um 19:05:

Das Problem kann nur durch Zusammenschlüsse über
nationale Grenzen hinweg gelöst werden. Bitte treten Sie mit den

Fachkollegen in Deutschland (und anderen Ländern, besonders Dänemark!) in
Verbindung!

Sie werden breite Unterstützung erfahren!

  1. Heidi schrieb
    am 23. Mai 2010 um 19:34:

@ Sandra, die Idee finde ich gut. Die breite
Öffentlichkeit muß angesprochen werden.

Die Tierrechtsgruppen wissen das sowieso.

Was ich auch so sehr hasse: In den vielen Ratgebern für gesundes Essen, wird
immer wieder empfohlen, mageres Hühnchen-oder Putenfleisch zu essen.

Hier wäre auch Aufklärung nötig. Das kostet Geld und deshalb finde ich so eine
Sammelaktion sehr gut.

  1. Dr. Sigrid Neef schrieb am 23. Mai 2010 um 20:30:

Endlich Professoren, die ihre Titel zu Recht
tragen und über die wirklich wichtigen Dinge nachdenken und sich dazu kompetent
äußern. Für mich ein weiteres Zeichen dafür, dass Veränderungen im Gange sind.
Das macht Mut und gibt Kraft zum weiteren Kampf. Dank an die Professoren und
Dank an Euch, dass Ihr das verbreitet.

,

  1. Karin schrieb
    am 23. Mai 2010 um 21:06:

Den Professoren sei Dank für ihre Initiative! Ein
wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wissenschaftler ohne Politiker im
Hintergrund können leider allein nichts ausrichten. Die Politiker dürfern nicht
nur bei Grünen u.ä. gesucht werden, sondern auch bei den konservativen
Parteien. Doch da heute maßgeblich die Medien bestimmen, welchem Thema sich die
Politik vorrangig zu widmen hat, müssen vor allem diese mit ins Boot genommen
werden. All dem stehen Lobbyisten und monetäre Interessen entgegen. Das Thema
ist extrem schwierig umzusetzen. Die letzten Jahre zeigen, wie schwer es ist,
selbst Gesetze durchzusetzen.

  1. Margarethe schrieb am 23. Mai 2010 um 23:11:

Die Aktion der Professoren ist höchst
nachahmenswert. Ich hoffe, das passiert auch bald. Neben dem tierschützerischen
Aspekt ist es ja auch nicht das Schlechteste, zwar weniger Fleisch aber dafür
in höherer Qualität zu haben.

  1. marlies
    bugmann
     schrieb am 24. Mai 2010 um 02:20:

VERY
GOOD! I have been fighting exactly this, in my own small way.
KEINE
Massentierhaltung! Dann kommt das Problem von GMO Gemuese und Obst … was kommt
da auf uns zu?

Gruesse von Australien.

  1. Heiner Kurz schrieb am 24. Mai 2010 um 06:08:

Right on!

  1. Eva Maria Hager schrieb am 24. Mai 2010 um 09:56:

Ich finde es sehr gut, dass sich einige
Wissenschafter zusammengetan haben, um das Problem zu erörtern u. neue
Vorgehensweisen zu fordern; allerdings wird es schwer werden, diese Forderungen
umzusetzen, weil die Massentierhaltung leider den Betreibern viel Geld bringt
u. diesen das Leid der Tiere egal ist, solange der Rubel rollt;

Tierschutz sollte in der Kirche gepredigt u. in der Schule gelehrt werden;
offenbar wurden ja aus dem Johannesevangelium wichtige Aussagen Jesu über
Tierschutz entfernt (siehe Websitehttp://www.puramaryam.de/naturjesus.html);

solange es normal ist, dass in Zoogeschäften winzige Käfige für Kaninchen
verkauft werden – solange viele Menschen mehrmals pro Woche Hühnchen oder Pute
am Speiseplan haben (vor 30 Jahren war Hühnchen ein seltenes Festessen) u.
niemals die traurigen Augen der Schweine u. Kälber wahrnehmen, die in ihren
Mastständen höchstens aufstehen u. sich niederlegen können, solange es sogar in
der EU ganz legal ist, dass streunende Hunde und Katzen in Tötungslagern
erschlagen werden oder sie dort verhungern u. verdursten müssen, solange wird
auch der Aufruf von namhaften Wissenschaftern nicht viel ändern können……

aber vielleicht ist es ein Anfang für ein neues Bewusstsein………vielleicht…….hoffentlich….

  1. Ursula Menzel schrieb am 24. Mai 2010 um 10:06:

Ein dringender Appell an die Regierenden und
Verantwortlichen:

Die Forderung der Wissenschaftler MUSS unverzüglich umgesetzt werden.

Das beinhaltet aber auch, dass der Verbraucher endlich lernt, bewusst mit dem
Konsum von Lebensmitteln umzugehen.

Je früher dies passiert – desto besser

mfg

Ursula Menzel

  1. Hans G. Schlegel schrieb am 24. Mai 2010 um 11:11:

Es sind leider viele niederländische Investoren
die hier bei uns in Niedersachsen in das Maststall- Geschäft ‘einsteigen’. Ein
Grund: in den Niederlanden gibt es staatliche Prämien für die Aufgabe
bestehender Mastbetriebe und deren Neuansiedlung im (benachbarten) Ausland. Nun
ist auch im Emsland die Toleranzgrenze erreicht und es wird im östlichen
Niedersachsen und z.T. in den neuen Bundesländern investiert. Passend dazu soll
nun in Wietze/Krs. Celle die grösste Gelügelschlachterei Europas entstehen!

Das ist politisch so gewollt. Vorrangiger Adressat des Positionspapiers sollte
deshalb die niedersächsische Landesregierung sein.

Wietze, Hans G. Schlegel

  1. Ursel Jüdt-Duve schrieb am 24. Mai 2010 um 11:37:

Es ist alles so lange bekannt und es ist und
bleibt unfassbar, was die Menschheit sich erlaubt mit Tieren zu machen. Es
betrifft ja nicht nur die sog. Nutztiere.

Ich war viele Jahre aktiv,ehrenamtlich im Umweltschutz tätig.

Deshalb habe ich wenig Hoffnung, dass sich bald – wenn überhaupt – etwas
ändert.

Die Lobbyisten haben einfach zu viel Macht bekommen, gleich worum es geht.

Da müsste schnellstens und wirkungsvoll angesetzt werden,

Treia, U.Jüdt-Duve

  1. Elsbeth Sellis schrieb am 24. Mai 2010 um 11:48:

Ich bin jetzt 79 Jahre alt und habe resigniert !

Was ich dazu tun konnte, habe ich versucht:

Ich bin seit 28 Jahren Vegetarier und unterstütze

alle Arten von Tierschutz nach Kräften !

Alle Worte im Aufruf, welche “MÜßTE” und “SOLLTE” heißen, sind witzlos. Es kann
nur

ein “MUß” geben.

Auf die Politiker zu warten heißt, bis in alle

Ewigkeit zu warten.

Einziger Trost für mich ist: – auch die Saurier

sind ausgestorben! Warum sollte es dem Säu-

getier HomoSapiens, das sich KRONE DER

SCHÖPFUNG schimpft, anderst ergehen? -

Bestes Beispiel für irreversible Umweltzerstö-

rung sind die Osterinseln – aber kaum jemand

interessiert sich dafür.

Subventionen zur Behebung der Folgekrankhei-

ten wegen angefressener Fettleibigkeit,

Raucherschäden jeglicher Art und anderer selbstzerstörerischer
Lebensgewohnheiten

sind per Gesetz zu unterlassen.

Ansonsten: Weiter so – immer auf Kosten derer,

die uns AUSGELIEFERT sind – je eher wir die

Quittung bekommen, desto besser für die Um-

welt und unsere armen Mitgeschöpfe.

Das mußte mal raus !!! mfg.Elsbeth Sellis

  1. Marco schrieb
    am 24. Mai 2010 um 14:32:

Solange Tiere noch ausgebeutet werden, hat das
Wort Ethik und Moral für mich keinerlei Wert.

  1. Meike schrieb
    am 24. Mai 2010 um 19:30:

Solange die Menschen sagen “Ich will”, wird sich
nichts ändern lassen. Würden die Menschen sich auf das besinnen, was man
maßhalten nennt, dann wären diese schlimmen Zustände der Massentierhaltung und
der Hunger in der Welt nicht so dramatisch. Es wird bestimmt von niemandem
verlangt, völlig auf Fleisch zu verzichten. Aber es sollte in maßen genossen
werden. Wie ich bereits zu einem anderen Thema geschrieben hatte, reicht ein-
oder zweimal Fleischverzehr in der Woche völlig aus. Je mehr der Mensch nach
Fleisch ruft, desto größer die Massentierhaltung. Es ist aber nicht nur beim
Fleisch, sonder auch bei Obst und Gemüse so. Wieso konnten die Nachkriegskinder
alle groß werden und auch bis heute gesund bleiben, obwohl es nicht das gesamte
Jahr über Erdbeeren, Pflaumen, Zwetschgen oder Blumenkohl und Kohlrabi gab?
Ganz einfach: Früher haben es unsere Mütter noch eingekocht. Ist in der
heutigen Generation bei sehr vielen leider ein Fremdwort geworden. Meine Eltern
sind früher zu einem Bauernhof gefahren, haben sich dort ein halbes Schwein und
ein viertel Rind gekauft. Das Fleisch ist in Gläsern zum Teil eingekocht
worden, die Wurst wurde selbst gemacht und der Braten wurde eingefroren. Es
waren Tiere, die garantiert aus keiner Massentierhaltung stammten und meine
Eltern wußten auch, wie die Tiere gehalten und gefüttert wurden. Klar, es kann
heute nicht jeder auf dem Lande wohnen, aber es gibt genügend kleinere
Metzgereien, bei denen man Fleisch kaufen kann, was von den Bauern aus der
Region geliefert wird. Bei uns, wo ich wohne, gibt es keine Massentierhaltung
bei den Schweinen. Hier weiß jeder, wie die Tiere gehalten werden, was sie zu
fressen bekommen. Und hier kann auch jeder sicher sein, dass kein “halbtotes”
Schwein an den Fleischerhaken gehängt wird. Nur für die Masse der Menschen muß
das Fleisch “günstig” sein, um nicht zu sagen billig. Deshalb wird ja auch in
Massen produziert.

Nur wenn die Menschen – auch die Politiker – umdenken, haben unsere
Mitgeschöpfe eine reelle Chance. Solange das nicht geschieht, wird es weiterhin
Leid, Not, Qual, Hunger und Elend geben.

  1. Beate Kalauch schrieb am 24. Mai 2010 um 20:51:

Endlich, es ist längst überfällig! 80% der
Krankheiten der Menschheit in den Industriestaaten sind ernährungsbedingt! Wir
zahlen alle den Preis, wenn Menschen nicht verantwortungsvoll und bewußt mit
Lebensmitteln/Nahrungsmitteln umgehen wollen. Die Kreatur büßt für Profitgier
und maßloses und ungezügeltes Essverhalten. Schon Dr. Bruker (1919 -2001) hat
den Zusammenhang ernährungsbedingter Krankheiten und Maßlosigkeit aufgezeigt.
Leider sind nur wenige Menschen bereit, ihre Gewohnheiten auf den Prüfstand stellen
zu wollen…was in der letzten Konsequenz dann doch Leiden bedeutet, selber
leiden! Die Qualen der Tiere werden auf breiter Ebene ignoriert und wenn ich
bedenke, dass ich schon als Kind Unterschriften gegen die tierquälerische
Massentierhaltung gesammelt habe und in eineinhalb Jahren fünfzig Jahre alt
sein werde, dann wird mir deutlich, wie dumm die Menschheit eigentlich ist. Es
ist kein wirklicher Trost für mich, wenn ein Mensch, der derart lebenverachtend
agiert, in letzter Konsequenz krank wird.

Beate Kalauch, Hamburg

  1. Lisa schrieb am 25. Mai 2010 um 00:43:

Finde ich eine super Auflistung!

Allerdings finde ich, dass diese 33% nicht erst
2020 sondern schon wesentlich früher sein sollten!

  1. Cornelia schrieb am 25. Mai 2010 um 15:38:

Endlich! Ich habe das Gefühl, wir gehen in die
richtige Richtung. Es wird noch lange dauern – aber was geht bei Menschen schon
schnell, wenn es keinen Profit abwirft!

Mit diesem ersten Schritt beweisen
Wissenschaftler wirklich Köpfchen (und Herz!!!)

Cornelia

  1. Silvia Granold schrieb am 25. Mai 2010 um 21:31:

Die Qualen der Tiere in der Massentierhaltung –
von der Verstümmelung ihrer Körper ohne Betäubung

über ihre Schmerzen durch Entzündungen in Füßen und Gelenken durch nasse
Spaltenböden sowie

die zur absoluten Bewegungslosigkeit gezwungenen Muttersauen in Eisengestängen
bis zum langen Todestransport in die Schlachthäuser – sind unermeßlich.

Diese extremen Tierquälereien finden hinter
geschlossenen Türen meist weit ab von Ortsrändern statt

und werden – wenn überhaupt – nur durch von Tierrechtlern erkämpfte
Investigation bekannt.

Die Anzahl aller gequälten Tiere in und durch
Massentierhaltungen liegt im Milliardenbereich.

Die Initiative der 250 Professoren muß dringend
durch die Medien veröffentlicht werden.

  1. Ehrengard Becken-Landwehrs schrieb am 26. Mai 2010 um 11:16:

Die Forderungen der Wissenschaftler sind klar und
gut aufgelistet. Die Punkte sind nicht nur den Niederländern bekannt, sondern
auch sehr vielen in Deutschland und anderswo. Bei uns rührt sich allerdings
nicht viel, denn es ist ja eine Tatsache, wenn hier Wissenschaftler den Mund
aufmachen und es paßt der dementsprechenden Lobby nicht, dann sitzt er auf der
Straße. Von unseren Politikern können wir nichts erwarten. Für die ist,
besonders den jetzigen, Tier- und Umweltschutz ein Fremdwort. Inwieweit sie
selbst involviert sind weiß keiner, sie sind aber von den Lobbyisten abhängig,
Sie und die meisten der Bevölkerung haben noch nicht begriffen (oder wollen
nicht begreifen?), daß durch diese Massenbetriebe bedingt, die Nahrung krank
macht. Der Fleischverzehr steigt und die Fleischindustrie ist daran interessiert,
diesen noch weiter zu steigern. Das zeigen ihre immer wieder kehrenden
Kampagnen. Beim Normalverbraucher ist die Vernunft ausgeschaltet. Er läßt sich
lieber leiten und glaubt den vielen Versprechungen. Bequemlichkeit und Gier
liegt dem Menschen im Blut.

Die holländischen Professoren sind, wie die Veganer und Vegetarier, die Rufer
in der Wüste. Eine Kampagne der Wissenschaftler wäre hervorragend für eine
Änderung geeignet ist, aber zum jetzigen Zeitpunkt leider noch illusorisch! Und
man sollte sich eins noch ganz deutlich vor Augen führen: gerade holländische
Massenbetriebe sind hier in Deutschland reichlich vertreten! Sind bei uns die
Gesetze lascher als in Holland?

Solange es Subventionen gibt, solange wird sich nichts ändern. Im Gegenteil, es
wird noch schlimmer kommen. Wir sind noch nicht am Ende angelangt.

  1. Hochuli schrieb
    am 26. Mai 2010 um 12:01:

Ich unterstütze die o.a. Forderungen der
Wissenschaftler in vollstem Maße,

Dieses Thema anzugehen ist längst überfällig.

  1. Waldkirch,
    Monika
     schrieb am 27. Mai 2010 um 15:38:

protect
all: less meat or1 day the weak no meat!

“Der Deutsche Bundestag, u. alle Regierungen der
Welt, möge beschließen dass weniger Fleisch gehandelt u. konsumiert wird und
somit weniger Fleisch sowie mindestens einmal pro Woche ein Fleischverzicht
umgesetzt wird. Ein fleischfreier Wochentag soll es bundesweit und in allen
Ländern weltweit geben!

Begründung: Die Nutztierhaltung ist ein Hauptverursacher von Treibhausgasen,
dies bestätigt die Welternährungskommission FAO. Gemäß der UNO-Organisation FAO
ist die Viehhaltung allein für 18% der globalen Treibhausemissionen
verantwortlich! Jede Reduktion der Fleischproduktion sowie des Fleischkonsums
bringt enorme Vorteile für die Umwelt u. so auch für Menschen und Tiere! Die
Treibhausemissionen, die Verschwendung von Land u. Wasser, die Versteppung, die
Waldabholzung durch Massentierhaltung muss aufhören. Zu viel Fleisch erhöht
u.a. den Cholesterinwert, daher ist wissenschaftlich Fleisch ein Risikofaktor
durch zu hohes Cholesterin, für manche Krebserkrankungen, für Diabetes u.
krankhaftes Übergewicht, das Menschen und letztlich der ganzen Gesellschaft
schadet. Durch die Einführung eines fleischfreien Tages pro Woche und dem
Bewusstsein weniger Fleisch zu produzieren u. zu konsumieren, wird dies allen
Generationen bewusster gemacht. Wir schützen so nachhaltig Tiere, unsere eigene
Gesundheit u. die Umwelt! Die Massentierhaltung ist global eskaliert!
Vielerorts arbeiten Menschen unter zu geringer Bezahlung in der
Fleischindustrie und vielerorts leben die Tiere erbärmlich und absolut
unwürdig. Der Schutz allen Lebens ist geboten, daher auch diese Petition! Am
Beispiel der Erkrankung Rinderwahnsinn erkennt man den Wahnsinn der
Fleischindustrie weltweit und des Menschen, welcher ohne dies alles zu bedenken
weiterhin täglich Fleisch gedankenlos konsumiert: dagegen sagen wir STOP IT!
Ein fleischfreier Tag die Woche könnte zum Beispiel 157 Millionen Tieren das
Leben retten und ihnen helfen nicht mehr in verachtender Massentierhaltung
gezüchtet zu werden, ein fleischfreier Tag würde das Bewusstsein des Menschen
schärfen, seine Gesundheit fördern . Weniger Nutztiere in der Massentierhaltung
müssten geboren werden, würden die Menschen Fleischverzicht üben und
proklamieren oder wenigsten weniger Fleisch essen. Eat less meat to protect the animals worldwide
and to protect yourself at least too.
Wie ein autofreier Sonntag soll es
einen z.B. fleischfreien Freitag die Woche geben! Nach §2 des
Tierschutzgesetzes steht geschrieben: dass ein Tier nach seiner Art und seinen
Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht
untergebracht wird! Dies fordern wir auch mit dieser Petition! Allein in
Deutschland heißt es, dass jeder Deutsche in seinem Leben im Durschnitt über
tausend Tiere verspeist, das ist viel zu viel: STOP & think about it! Noch
ein Beispiel: 70 % des vom Rind freigesetzten Methans stammt vom
Erhaltungsumsatz des Rindes. somit bestätigt ein UN-Bericht auch, dass der
globale Rinderbestand das gesamte Weltklima ebenso stark belastet, wie alle
Menschen Deutschlands, Indiens u. Japans zusammen. Bei Massentierhaltung und
Hochleistungszucht von Tieren ist zudem die höhere Produktionsleistung nur mit
viel industriellem Kraftfutter zu bewältigen und dessen Produktion kurbelt
erneut wieder die klimaschädlichen Gase an – ein Teufelskreislauf, dem Einhalt
durch Regierungen zu gebieten ist.

Weniger Fleisch ist ein Beitrag zum Klimaschutz! Weniger Fleisch ist ein
Beitrag zum Schutz der Tiere! Weniger Fleisch ist ein Beitrag zum Schutz der
Gesundheit des Menschen! Weniger Fleisch ist ein Beitrag zum Schutz der
Gesellschaft! Weniger Fleisch ist eine Verantwortung in einer globalisierten
Welt für alle Regierungen dieser Erde!

wir schützen mit dieser Petition langfristig deshalb alle, die Natur, die Tiere
und nicht zuletzt nachhaltig uns, den Menschen.” ©M.Wk. M.Waldkirch, germany,
2010-05-27

http://www.petitionspot.com/petitions/20100527

  1. Christa Kaufmann schrieb am 27. Mai 2010 um 18:52:

Endlich einmal geht jemand mit dieser Forderung
in die Öffentlichkeit, und spricht sich für die Abschaffung der Tierfabriken
aus. Denn nicht anders kann man diese Zuchtanstalten bezeichnen. Geboren
werden, wachsen und sterben am Fließband. Dazwischen noch ein grausamer und oft
unnötig langer Transport zum nächsten Schlachthof, und wenn nicht Schächtung,
dann oft nicht fachgerecht betäubt, und ein schmerzvolles Ende. Und dieses
Produkt schmeckt den Menschen, und sie essen möglichst viel davon, da es in den
Tierfabriken billig hergestellt wird. Es ist höchste Zeit, sich wieder auf die
Wertigkeit und Achtung vor dem Leben unserer Mitgeschöpfe zu besinnen! Eine
Änderung ist höchst angebracht, und ich hoffe sehr, dass sie bald durchgesetzt
werden kann!

  1. Beate
    Schweicher
     schrieb
    am 28. Mai 2010 um 16:45:

Petitionen machen da wenig Sinn.

Ich habe am 1.3.2010 eine Petition eingereicht, die genau dieses zum Thema
hatte.

In Kürze: Tierschutzgesetz muß als solches auch umgesetzt werden.

ZB: Tierschutzgesetz und Anbindehaltung von Rindern schließen sich gegenseitig
aus.

Die Petition (obwohl so vorbereitet, daß
Internetseite, Anschreiben an viele Organisationen etc stand) wurde nicht
veröffnentlicht. Wie die meisten Petitionen.

Dazu hat man kein Recht und kann nach Gusto entschieden werden.

Ich habe den Eindruck, daß diese sehr stiefmütterlich behandelt werden.

Antwort: 11.5.2010 Zitat der Paragraphen und
dann, ich zitiere:

“Durch diese Vorschriften wird dem Staatsziel
Tierschutz nach Artikel 20a des Grundgesetzes Rechnung getragen und der
Tierschutz mit den ebenfalls grundrechtlich geschützten wirtschaftlichen
Interessen der Landwirte in ein ausgewogenes Verhältnis gebracht.”

Man ist nur auf einen kleinen Teil eingegangen,

weil es wohl nicht interessiert.

Wenn man auf die Internetseite von Frau Aigner geht, liest man auch viel von
den Interessen der Bauern.

Was mich ärgert: Es gibt Nicht-Biobauern, die zb ihre Rinder auf die Weide
lassen.

Die haben dadurch einen Wettbewerbsnachteil.

Weniger Fleisch zu essen ist ja immer eine
Glaubensfrage, aber wenn es zu jeder Tageszeit und an jedem Wochentag jede
Sorte Fleisch geben muß, dann ist es kein Wunder, daß es so viel Gammelfleisch
gibt.

Wie pervers, Tiere so grausam zu halten und dann das Fleisch wegen
Überproduktion wegzuwerfen.

Einfach nur Fleisch aus guter Haltung zu kaufen
reicht nicht.

Ich bin etwas ratlos und überlege den nächsten
Schritt.

Auf Unterstützung zu hoffen, habe ich aufgegeben. Politik, Verbrauchersendungen
etc regen sich erst, wenn sie etwas davon haben.

Meiner Meinung nach besteht ein Problem darin,
daß das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
konkurrierende Ziele beinhalten.

Das haben wir schon im Gammelfleischskandal zu spüren bekommen – was das heißt.

Das Recht der Fleischproduzenten ging vor dem Verbraucherschutz.

Ich fürchte selbst ein Petition, die sich darum
dreht, dieses Bundesministerium anders zu verteilen würde wieder im Sande
verlaufen, weil man es 1. wahrscheinlich nicht veröffentlicht wird und 2. weil
sich viele gar nicht um die Beweggründe kümmern und so nicht viele Stimmen
zusammen kommen.

Wie macht man so ein Thema sexy?

  1. Gerhard Schäffer schrieb am 29. Mai 2010 um 11:57:

So ein Stuß, ich will weiter mein Steak und meine
Bratwurst billig haben.

Nieder mit dem Ökofaschismus!

  1. Hahn schrieb
    am 29. Mai 2010 um 20:09:

Und das sollte erst der Anfang sein! Auf die
Fleischverpackungen müssen Bilder, die detailliert das Schlachten zeigen. Statt
der niedlichen Osterkükenbilder sollten Postkarten, die das Vergasen zeigen
angeboten werden. Schulklassen sollten Schlachthofbesuche machen. Der
Fleischwahnsinn muss endlich ein Ende haben!

  1. Jan
    Umsonst
     schrieb am 29. Mai 2010 um 21:19:

Ein kleiner Kurzfilmabend

Die Grösse und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen,
wie sie die Tiere behandelt.

Mahatma Gandhi

Eines Abends saßen ein paar Kollegen und meine
verwirrte Wenigkeit in unserem Aufenthaltsraum

und diskutierten über die Menschen und ihre Sichtweise von Ethik und Moral. Als
wir gerade

unsere Runde auflösen wollten, kroch eine Kollegin in den Raum und fragte ob
wir vielleicht Lust

hätten uns ein paar Kurzfilme anzuschauen, die sie zusammengestellt hätte.
Einige von uns wollten

zwar gerade schlafen gehen, aber am Ende entschlossen wir uns doch noch alle
uns einen kleinen

Filmabend zu gönnen. Wir dachten ein wenig Unterhaltung könne nicht schaden.
Während wir uns

im Raum verteilten und uns auf die Sitzprojektionen setzten, kommunizierte
unsere Kollegin mit

der Matrix, um den Film vorzubereiten. Als wir im Kreis saßen, dimmte sie das
Licht. In diesem

Moment fragte ich mich, was denn überhaupt die Themen der Filme waren, als
schon die

Holoprojektion in der Mitte des Raums entstand und gut leserlich der erste
Titel erschien: “Die

Evolution der Kuh unter dem Aspekt des maximalen Profits”, mir schwante Böses.

Der Film fing ganz harmlos an, er zeigte uns ein paar Kühe auf einer grünen
Wiese. Es wurde uns erklärt, dass die durchschnittliche Kuh damals 10 Liter Milch am Tag
gegeben und sie sich die meiste Zeit im Freien aufgehalten hatte. Plötzlich
wurde das Hologramm von einer Art Wirbel zusammengezogen und mit einem
Whoop-Effekt entstand ein neues Bild.

Aus der Kuhherde wurde ein Stall mit hundert Kühen, während die Stimme
erwähnte, dass die Kühe nur noch selten den Stall verließen und inzwischen über
20 Liter
Milch am Tag gaben; täuschte ich mich oder waren ihre Milchdrüsen größer
geworden?

Wieder dieser Effekt, das Bild wechselte und der Stall wurde größer, die
Fenster verschwanden, inzwischen waren es Hunderte von Kühen, die den Stall
nicht mehr verließen und am Tag 35 Liter Milch gaben; jetzt war ich mir sicher:
Ihre Milchdrüsen wurden ganz bestimmt größer. Inzwischen war der Lärmpegel in
der Halle deutlich lauter geworden. Der Sprecher erwähnte, dass die

Leistungshybriden an Entzündungen und Geschwüren erkrankt waren und unter
Schmerzen litten.

Whoop, die Szene wechselte wieder, diesmal überflogen wir aus der Sicht einer
unserer Sonden ein

Areal aus mehreren großen Hallen, um am Ende in einen Stall mit hunderten von
Kühen

einzutauchen. Der Geräuschpegel hatte deutlich abgenommen. Uns wurde erklärt,
dass die Kühe

nun Schmerzmittel und Antibiotika bekamen, da die Menschen festgestellt hatten,
dass sie so den

Ertrag steigern konnten. Inzwischen gab die einzelne Kuh 50 Liter Milch am Tag und
ihre

Milchdrüse lag in einem Gestell. Konnten die Kühe überhaupt noch laufen?

Das Bild wechselte wieder mit einem Wuscheffekt und wir wurden Zuschauer einer
Geburt. Wir

sahen ein Fließband mit Kühen, die uns ängstlich mit ihren großen Augen
anschauten. Dann

erkannten wir den Grund. Sie wurden der Reihe nach von einer Maschine am Bauch
aufgeschnitten,

damit ein Kalb herausfallen konnte, welches von einer autonomen
Transporteinheit weggefahren

wurde. Der Sprecher erklärte uns, dass es den Menschen über Genveränderung
gelungen war, die

Fertilitätsrate der Reproduktionsbioreaktoren auf bis zu fünf Leistungshybriden
pro Jahr zu

steigern, die kostengünstig aus ihren Körpern entfernt wurden. Der geklonte
Fertiliti Bioreaktor 2000 besaß eine Lebensdauer von zwei Jahren, die Menschen
arbeiteten aber an dem Problem. Das

Modell 3000 war in Arbeit. Von den Bioreaktoren ging es zu den Ställen,
inzwischen gaben die

Leistungshybriden 75 Liter
Milch pro Tag. Inzwischen war ich mir sicher, dass sie nicht mehr

laufen konnten. Weil die Menschen gemerkt hatten, dass sie über Psychopharmaka
die Leistung der

Kuh nochmals verbesserten, wurden sie entsprechen medikamentiert. Inzwischen
konnte ich an fast

allen Kühen Geschwüre und Entzündungen entdecken. Naja, jedenfalls waren die
Schmerzen weg.

Die Sicht wechselte wieder und ich schaute in die traurigen Augen eines
Lebewesens, welches nicht

gerade gesund und glücklich aussah, die Milchdrüse war wieder größer geworden,
sie machte

inzwischen die Hälfte des Körpers aus, ihre Leistung war auf 100 Liter pro Tag
angestiegen.

Täuschte ich mich da oder waren das da Schläuche, die in der Kuh verschwanden?
Während die

Stimme irgendetwas von nicht mehr überlebensfähig, krank, Schmerzen, Leben eine
einzige Qual

daherredete, driftete mein Geist ab und ich sah Kühe, die vollgepumpt mit
Schmerzmittel und

Psychopharmaka auf ihren Milchdrüsen fröhlich durch die Ställe hüpften.

Das Bild wechselte wieder und riss mich aus meiner Vorstellung. Die Milchdrüsen
waren auf zwei

Drittel des Körpers angewachsen. Inzwischen gab es keinen Zweifel mehr, in die
Bio Production

Units, ehemals ein Lebewesen namens Kuh, führten viele Schläuche. Laut dem
Sprecher waren die

Schläuche nötig, da es ansonsten unmöglich gewesen wäre den “Lebewesen” die
nötigen Nährstoffe

zuzuführen. Weiterhin erwähnte er, dass sie inzwischen 200 Liter Milch am Tag
gaben und nicht

mehr bei Bewusstsein waren, sondern sich im künstlichen Koma befanden, da man
so viele der

Medikamente hatte sparen können.

Wieder der Wirbel und das Bild wechselte erneut, irgendetwas fehlte im neuen
Bild, dann erkannte

ich es, die Kühe waren verschwunden, an ihrer Stelle existierten große,
schwammige, unförmige

Säcke, in die Schläuche hinein führten. Säcke? Erst als der Sprecher erwähnte,
dass die

Tagesproduktion der Milchdrüsen inzwischen über 400 Liter betrug, wurde
mir klar was diese

Säcke waren!

Whoop, die Szenerie wechselte wieder, die weißen “Amöben” waren verschwunden,
an ihre Stelle

waren große Tanks getreten, der Sprecher erklärte uns, dass einer dieser Tanks
so viel Milch wie

5000 Kühe am Tag produzieren konnte.

Wieder eine neue Szene, diesmal blickte ich in das Gesicht eines Menschen, der
voller Stolz von

den erreichten Fortschritten in der Milchproduktion erzählte, die der freien Wirtschaft
in den letzten

120 Jahren dank des technischen Fortschritts geglückt waren. Damit endete der
Film und ein

neuer begann. Nach dem Huhn und anderen Geflügelarten folgte das Schwein, dann
das Lamm und

als nächstes kamen die Fische an die Reihe. Glauben Sie mir, es war die reinste
Freak-Horrorshow!

Nach dem Ende der Filme herrschte betroffenes Schweigen in unserer Runde. Nach
einigen

Momenten zerschnitt eine nervöse Stimme den Raum und fragte, ob uns denn die
Filme gefallen

hätten, worauf sich die unterschiedlichsten Sehorgane auf unsere Kollegin
richteten und sie böse

anschauten, als ob sie an dem Gesehenen schuld gewesen wäre. Eins war mir
bewusst geworden,

Unterhaltung sah definitiv anders aus. Fazit: Ethik und Moral auch hier
Fehlanzeige!

  1. Jan
    Umsonst
     schrieb am 29. Mai 2010 um 21:26:

Planetofthecrazyapes.org

Nur ein kleines Beispiel was ein Mensch machen
kann. Nicht das es gut wäre, aber dennoch ein Versuch etwas zu ändern.

Grüße an euch alle und auf das wir gemeinsam
unseren Planeten verändern können!

  1. Silvia Lehmann schrieb am 30. Mai 2010 um 14:31:

An Gerhard Schäffer:

Geh`dir mal solche Massentierhaltungen angucken! Dann wirst du merken, dass die
Profs keinen Stuss vertreten!

An alle anderen:

Fragt nach, wenn ihr könnt, wo eure tierischen Lebensmittel herkommen! Geht
nach Möglichkeit zum Bauern und kauft dort direkt eure Milch!!!

  1. Nina S. schrieb
    am 1. Juni 2010 um 10:21:

Ich bin mit Steaks großgeworden.Als ich im
Internat mit 12 Jahren Die Zeitschrift “Stern” in die Hand bekam, las ich das
erste Mal, wie unglaublich grausam und schrecklich es auf Schlachthöfen usw.
zugeht.

Seit diesem Tag esse ich kein Fleisch mehr!

Mir war bis dato nicht bewußt, was diesen armen Geschöpfen angetan wird -man
isst halt Fleisch.

Jetzt bin ich 47 und werde nie wieder Tiere essen.

  1. anke wichmann schrieb am 2. Juni 2010 um 09:13:

ich finde die sache klasse, es geht mir aber
nicht weit genug – warum kann man nicht endlich fleisch durch zellvermehrung im
labor herstellen? man könnte die “fleischberge” dann noch bisschen in form
bringen und dann sollen die fleischfresser doch ordentlich reinhauen! dieses abartige
tierleichengefresse gehört meiner meinung nach noch nicht mal ins mittelalter!
ich persönlich habe vor 20 jahren aufgehört, meine freunde, die tiere,
ausbeuten zu helfen und lebe seither vegan.

  1. Regina
    Kowalzick
     schrieb am
    7. Juni 2010 um 09:03:

Jan Umsonst, Eintrag Nr. 42, wie heißt dieser Film?

  1. ralf heinke schrieb am 8. Juni 2010 um 15:05:

eine ähnliche Aktion wünsche ich mir auch von deutschen
Professoren und Wissenschaftlern! Unter der Federführung von bekannten
(prominenten) Köpfen, wie z.B. Prof. Dr. E.U. von Weizsäcker könnte hier
Einiges erreicht werden!!!

Die gesamte Problematik muss verstärkt in die Öffentlichkeit, der Druck auf die
Lobby erhöht werden. Vielleicht kann ja eine namhafte Einrichtung wie die A.
Schweitzer Stiftung hier etwas anstossen!!!

  1. Jan Reimond schrieb am 14. Juni 2010 um 10:48:

@ ralf heinke, Eintrag 48: Ja. Genau. Wir sollten
– neben aller wichtigen ethischen Diskussion und Aufklärung der breiten
Verbraucherschaft – die Analyse und Forderungen der niederländischen
Wissenschaftler an die Entscheider, die Politiker und Behörden, an Tierärzte
und an die Landwirte selbst herantragen. Im einzelnen Konfliktfall um neue
Mastanlagen muß man auch an Bürgermeister, Gemeinderäte und Kreisbrandmeister
etc. herantreten.

Ich habe eine ad-hoc-Bürgerinitiative gegen die
größte derzeit geplante Massentierfabrik für Hähnchen in Mecklenburg-Vorpommern
zusammengebracht (400 000 Mastplätze – 4000 to. kontaminierter Mist – 19 to.
Ammoniakausstoß p.A. – s. http://www.bi-brohmerberge.de).
Die “Investoren” sind der holländische Agrarkonzern Plukon und ein deutscher
Hedgefonds. Sie schicken einen einheimischen Strohmann vor, der den Boden für
das Projekt bereitet.

Meine Meinung: Wenn Fachleute aus Holland (aus Deutschland …?) fundierte
Argumente vortragen, kann das etwas bewegen.

Ich glaube, die Entscheider, die die Agrarfabriken ermöglichen, sind oft
erreichbar für präzise Kritik. Und auch die Leute auf dem Land wissen im
Grunde, daß die Massentierhaltung der falsche Weg ist. Sie trauen sich aber oft
nicht etwas zu sagen oder zu schreiben.

Wir müssen auf vielen Ebenen agieren, und auch die Leute vor Ort respektieren
in der oft nicht einfach zu führenden Diskussion. z.b. einen Bürgermeister, der
dringend Gewerbesteuereinnahmen für seine klamme Gemeinde braucht.

  1. Duro (Dr.Yu.) Lendel schrieb am 1. Juli 2010 um 18:17:

Lösung für HIRN und HERZ :

VEGAN-Industrie und Handel muß STEUERFREI werden !

VEGAN-Bevölkerung muß SOZIALABGABEN-BEGÜNSTIGT werden !

VEGAN-Lebensmittel&Ware muß PREISWERTER werden !

VEGAN-Lebensweise muß SUBVENTIONIERT werden !

“Wenn keiner tierische Produkte kauft , gibt es keine Produktion der tierischen
Produkte !”

  1. Carmen schrieb
    am 4. Juli 2010 um 14:43:

Solche Statements von namhaften Persönlichkeiten
geben mir immer wieder Hoffnung, dass sich doch noch etwas ändern wird! Weiter
so! Ein langer Weg, aber der erste Schritt ist immer der schwierigste…

Hoffentlich schließen sich viele andere Nationen diesen Forderungen an.

  1. Michael
    Höfler
     schrieb am 21. Juli 2010 um 17:01:

Und im Übrigen widerspricht die Praxis des Umgang
mit den Milliarden bedauernswerswerten Frankenstein-Kreaturen eklatant dem
eigentlich gültigen Tierschutzgesetz:

http://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html#BJNR012770972BJNG000103377

“Tiere essen” von Jonathan Safran Foer habe ich
im Englischen Original (“Eating Animals”) bereits gelesen und kann es bestens
empfehlen.

  1. Thomas schrieb
    am 6. August 2010 um 20:17:

“Fleisch ohne Leben,die Musik der Zukunft”

http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/falsches-huhn-an-naehrloesung/

  1. Marc schrieb
    am 20. August 2010 um 18:46:

Pluralistischen Ignoranz !!!

DANKE, DANKE, DANKE !

Endlich habe ich eine Erklärung für Unrecht in so vielen Bereichen…

Und DANKE für den tollen Artikel im ganzen !

 

 

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